Für den mittlerweile international agierenden Transporteur von flüssigen Nahrungsmitteln Kortimed entwarfen die aus Florenz stammenden Pierattelli Architetture das neue Hauptquartier in Valencia, Spanien. Es liegt im Hafen und ist entsprechend dem Logo der Firma, einem Adler mit ausgebreiteten Schwingen, eine architektonische Geste.
Unter dem einseitig weit auskragenden Dach befindet sich das strategische und logistische Zentrum für alle Transporte zwischen Europa und Nordafrika. Die Architektur, die auch den Eindruck der Geschwindigkeit vermitteln soll, ist technisch, ästhetisch, funktional und auch sozial außergewöhnlich, denn auch die Mitarbeiter finden hier einen großzügigen Arbeitsbereich vor. Helle, transparente und offene Räume charakterisieren das Innere.
Zwei imposante, 10 Meter auskragende Dachvorsprünge ziehen sich an den Schmalseiten über den Baukörper. Einer berührt den Boden und der andere bildet den (imaginären) Adler-Flügel. Soweit die Fassade nicht verglast ist, wurde sie von 1 x 1 Meter großen Paneelen verkleidet, die sich in einem chromatischen Rhythmus abwechseln. Dieser Farbwechsel spielt mit dem Licht, je nach Tageszeit. Die großformatigen Fliesen lieferte der spanische Fliesenhersteller Porcelanosa und wurden auf vorgefertigten Stahlbetonmodulen befestigt. Die Farbfolge, von Weiß bis Stahlblau bringt Bewegung in die Flächen und erinnert entfernt auch an den Schimmer im Gefieder eines Adlers.
Der Eingang wird von einer dreigeschossigen Glashalle gebildet, wo ein Sofa der italienischen Firma Edra die Gäste empfängt. Dominiert wird dieser Raum von einer Wendeltreppe, sie führt in den Wartebereich, wo man wiederum von einem anderen Designsofa von Edra begrüßt wird. Alle Innenbereiche sind durch maximalen Tageslichteintrag und minimale Trennungen durch (teilweise verschiebbare) Glaswände gekennzeichnet. Neben 600 Quadratmetern für Verwaltung und Soziales, finden sich auf den insgesamt 3 000 Quadratmetern Nutzfläche auch die modernsten Dekontaminationsanlagen für Brauch- und Nutzwasser, um die tägliche Reinigung der Tankwagen umweltfreundlich durchführen zu können. Ein zweites Gebäude nebenan dient als Werkstatt, auch hier findet sich der Adler in der Fassadengestaltung wieder.

Text: mag. Peter Reischer
Fotos: Diego Opazo